Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?März 2002
Kategorisierung Esoterik; Aberglaube; Frauen in der Kirche; 2002

Frauengeld, verpulvert

Das Frauenreferat des Landes gibt regelmäßig einen auch für Männer lesenswerten Falter heraus. Eine der zehn Seiten der jüngsten Ausgabe wird dafür verschwendet, dass eine Astrologin aus den Sternen deutet, wie die Rolle der Frauen in der Zukunft sein wird. Weil das Sternbild des Krokodil im Abnehmen ist, und das der Ziege im Aszendeten steht, werden Ausbildung und Chancen der Frauen steigen, und so fort. Barer Unsinn, von A bis Z. Zunächst einmal: Es gibt überhaupt keine Sternbilder. Aus der zufälligen Stellung verschiedener Sterne, die ja nach glaubhaften Berichten nicht am Firmament kleben, sondern oft Lichtjahre voneinander entfernt sind, irgendetwas zu schließen, ist Aberglaube. Schon, schon, es glauben immer mehr Leute an das alles. Aber damit wird es doch um keinen Deut wahrer. Es ist daher für denkende Menschen eine Zumutung, wenn aus dem Aufstreben des Sternbilds des Wassermanns und dem Abnehmen des Saturn irgendetwas über das künftige Schicksal der Frauen oder irgend etwas anderes gedeutet wird. Die Frauenfrage ist viel zu ernst, als dass man sie mit so etwas belasten, ja lächerlich machen dürfte. Von den Wahlen in die Pfarrgemeinderäte kommenden Sonntag, wo über die Hälfte der Kandidaten Frauen sind, steht in dem Falter übrigens kein Wort. Sollte es stimmen, dass sich der Aberglaube dort breit macht, wo der Glaube schwindet?

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