Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 25. Juni 2009
Kategorisierung Kirchliches; Borromäum; 2009

Früher einmal ...

Es ist noch keine vierzig Jahre her, da waren um diese Zeit die Kirchenzeitungen voll mit Bildern junger Männer in schwarzen Gewändern und mit einem steifen weißen Halskragen, weil sie um Peter und Paul zu Priestern geweiht wurden. Heute kann man die Neupriester jeder mitteleuropäischen Diözese an den Fingern einer Hand abzählen. Ein sehr hoher Kirchenfürst befand, so schlimm sei das gar nicht, man wüsste heute mit den Heerscharen von Neupriestern gar nicht, was anfangen.

Es ist schon über vierzig Jahre her, da wurden ein Theologe aus dem Priesterseminar in Innsbruck und zwei in Salzburg aus dem Priesterseminar gefeuert, weil sie von einem jeweils erlaubten Besuch statt um 22 Uhr erst um 22.15 heimgekommen sind. Mit Leuten, die so undiszipliniert wären, könne man nichts anfangen. Es ist genau 53 Jahre her, dass wir zu dritt aus dem Borromäum geflogen sind. Einer von uns wollte nach der Matura ins Salzburger Priesterseminar eintreten. Nein, mit solchen Kerlen wolle man nichts mehr zu tun haben. Der Kerl ist heute Doktor der Theologie und Doktor der Kunstgeschichte und ein angesehener Pfarrer in Wien. Es geht nicht um die alten Geschichten, sondern darum: Unsere Kirche läuft sehenden Auges in den Abgrund. In zwanzig Jahren werden wir so gut wie keine Priester mehr haben. Die Lösung: Frauen weihen und den Zölibat abschaffen. Das laut zu sagen ist für Kirchenleute schon der Anlass für ein Disziplinarverfahren.

Dass der Apostel Petrus verheiratet war, steht in der Bibel. War es unter anderem deshalb für Katholiken bis ins 20. Jahrhundert ausdrücklich verboten, sie zu lesen?

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