Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?November 2001
Kategorisierung Verkehr; Tourismus; 2001

Flughafen

Der Inn ist von Haiming bis Kufstein ein künstlich angelegtes Gerinne. Wird er verändert oder verlegt - um die Piste des Innsbrucker Flughafens verlängern zu können - dann ist dies nur am Rande auch ein Naturschutzthema. Im Grunde sollte der Innsbrucker Flughafen nicht vergrößert, sondern aufgelassen werden. Warum? - So kann nur jemand fragen, der nicht in der Einflugschneise wohnt. Es beginnt kurz nach sechs Uhr und endet kurz vor Mitternacht: Niemand kann mehr schlafen, jedes Gespräch muss unterbrochen werden, und das nicht nur in der warmen Jahreszeit, wenn die Fenster offen sind oder wenn man im Freien sitzen kann. Besonders arg ist es an Samstagen. Am wenigsten Lärm machen noch die kleinen Maschinen; wenn die Piste verlängert wird, können noch größere Maschinen starten und landen.

Wer also Politik für die Menschen macht, wird nicht wegen ein paar Stauden zwischen Völs und Kranebitten gegen eine Verlängerung der Landebahn sein, sondern wegen der Menschen. Es sind, von Pradl bis Völs, einige zehntausend. Warum die Politiker aller Parteien da so beharrlich schweigen? Weil sie selbst oft nach Wien fahren müssen und da ist es allemal feiner, in einer Stunde statt in mehr als fünf Stunden am Ziel zu sein. Und: Wer will schon die heilige Kuh Tourismus schädigen? Als ob ein schwedischer oder holländischer Skifahrer weniger käme, weil er in München oder Salzburg in einen Bus umsteigen muss.

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