Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum Winter 1993
Kategorisierung Konsum; EU; 1993

Flaschenpost

Schnaps wird des öfteren in Sechzehntel-Liter-Flaschen abgefüllt und verkauft. Im Oberland sagt man "Budele" dazu, im Unterland "Budei". Damit ist es nun bald aus: die "Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft betreffend die Abfüllung bestimmter Flüssigkeiten nach Volumen in Fertigpackungen" sowie die "Richtlinie betreffend Flaschen als Maßbehältnisse", aber auch die "Richtlinie betreffend die Abfüllung bestimmter Erzeugnisse nach Gewicht oder Volumen in Fertigpackungen" oder etwa die "Richtlinie betreffend die zulässigen Reihen von Nennfüllmengen und Nennvolumen von Behältnissen für bestimmte Erzeugnisse in Fertigpackungen" - um nur die wichtigsten zu nennen - sie alle machen es in Zukunft unmöglich, ein "Budele" auf den (Bauern-) Markt zu bringen.

Erlaubt sind 0,02 Liter sowie 0,03 oder 0,04, 0,05, 0,10, 0,20, 0,35 (Seidel?), 0,5 (Halbe?) usw. Das Budele hat 0,0625 Liter. Es auf den Markt zu bringen, verstößt bald einmal gegen EG-Recht. Sonderwünsche setzen in Brüssel offenbar nur die Franzosen durch: es gibt auch in Zukunft eine von der EG geduldete Weinflasche mit 0,62 Liter; unsere 0,7-Liter-Weinflasche soll nur bis Ende 1996 erlaubt sein. Die Einheitsflaschen sind am Zug.

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