Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 14. April 1994
Kategorisierung Kirchliches; 1994
Anmerkung des Herausgebers Leserbrief dazu unter Leserpost

Familienfest

Es seien, so wird berichtet, mehrere Tiroler aus dem kath. Familienverband ausgetreten, weil ausgerechnet so eine - eine ledige Mutter, die mit einem Geschiedenen in wilder Ehe lebt - in der neuen Regierung für Familienfragen zuständig sei. Und weil Kirche und Familienverband nicht dagegen protestiert hätten. Hier wie anderswo sollte man zwischen dem, was man für richtig und vorbildhaft hält, und der oft ganz anders gelebten Wirklichkeit unterscheiden, sagte ein gewisser Jesus von Nazareth. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein; richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Wer das fassen kann, der fasse es.

Am kommenden Sonntag wird im Innsbrucker Kongreßhaus ein riesiges Familienfest gefeiert. Auch hier wird kein Zweifel daran gelassen, was die Veranstalter - kirchliche Gruppen der Diözese Innsbruck - für die wünschenswerten Formen von Familie und Partnerschaft halten. Daneben ist aber viel Zuwendung für jene vorgesehen, die diesen Idealen aus vielerlei Gründen nicht ganz gerecht werden können. Die allenfalls auch gescheitert sind - und die gerade deswegen, auch als Regiererungsmitglied, für manche Notlage offenere Sinne haben können als wir Selbstgerechten. Etwa für die vielfältigen Probleme von Alleinerziehenden.

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