Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

Wechseln zu: Navigation, Suche
Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 2. Juli 2009
Kategorisierung Medien; Agrargemeinschaften; 2009

Es stand in der Zeitung

Im Innsbrucker Zeughaus macht derzeit eine bemerkenswerte Ausstellung Station. Zunächst ist es schon einmal erfreulich, dass es in Tirol derzeit ein Ereignis gibt, das nichts mit den Kämpfen von 1809 zu tun hat. Der Inhalt der Ausstellung: Es wird an hunderten Beispielen belegt, wie Zeitungen Bilder und Texte manipulieren. Beispielsweise dasselbe Bild mit zwei ganz unterschiedlichen Unterschriften. Besonders in neuerer Zeit ist das Verändern von Bildern sehr erleichtert und damit verbreitet worden - nicht nur in anerkannten Schundblättern, sondern auch hinauf bis zu Zeitschriften, die sich, wie etwa der "Spiegel", für den Inbegriff der Seriosität halten. Zehn oder zwanzig Jahre alte Bilder werden als neu ausgegeben, versehen mit einem Text, der dem Redakteur oder den politischen Mächten passt.

Nur sehr naive Zeitgenossen meinen, dass das, was in den Zeitungen steht, auch stimmt. Zeitungen können aber, wenn sie es nur mit der nötigen Ausdauer tun, die öffentliche Meinung stark beeinflussen. Man wird, etwa im Räume Innsbruck, kaum einen Mitbürger finden, der die Agrargemeinschaften für eine gute Einrichtung hält. Zu lange haben fast alle Blätter ohne Unterlass geschrieben, dass diese nahezu verbrecherische Organisationen zur Beraubung der Gemeinden und der Nichtbauern durch die Bauern seien. Übrigens: Das Beeinflussen der öffentlichen Meinung durch Medien, die den Regierenden genehm waren, gab es auch um 1809. Damals sorgten Metternich und seine Spitzel dafür, dass nur das durch die Zensur gelangte, was den Herrschenden passte.

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen