Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum Anfang 1993
Kategorisierung Fremdenfeindlichkeit; FPÖ; 1993

Erbrechen

Mehrfach wurde ich gefragt, warum ich, wo mir doch jede Woche 20 Zeilen zur freien Verfügung offenstehen, nichts zum Ausländer-Volksbegehren geschrieben habe. Einerseits weil mir alles, was mit der Partei zusammenhängt, die das angezettelt hat, Brechreiz verursacht. Uber all das sollte man in erster Linie schweigen, weil man ein Unglück wie den Neofaschismus auch herbeireden kann. Und andererseits mein stärkstes Argument (das zum Teil ausgerechnet Leute aus den Reihen der Befürworter gebraucht haben; aber deswegen stimmt es doch): Wer selbst nichts tut, um Ausländern, Flüchtlingen oder Asylanten zu helfen, wer höchstens ein paar Brösel von seinem überreich gedeckten Tisch für "Nachbar in Not" abgibt, der hat kein Recht, Steine auf andere zu werfen oder Splitter im Auge des anderen zu sehen. Allerhöchsten Respekt vor denen, die ihre Freizeit als Betreuer von Flüchtlingen opfern. Wir, die wir auf Skitouren gehen, musizieren, Wohnung einrichten oder tanzen gehen, sind alle schuldhaft. Und sollten vor allem den Mund halten.

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