Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 5. März 2009
Kategorisierung Post; Gewerkschaft; Arbeiterkammer; 2009

Entwicklungszentrum

Die Post unterhält Zentren, die dazu dienen, ältere Menschen - ihre eigenen Angestellten - systematisch seelisch zu vernichten. Dutzende Männer und Frauen haben da, bei strengster Anwesenheitspflicht, den ganzen Tag lang absolut nichts zu tun. Gehofft wird, dass sich das alles so auf ihr Gemüt schlägt, dass die solcherart misshandelten Mitbürger freiwillig kündigen. Dass jemand dann mit 50 plus eine andere Arbeit finden kann, ist fast ausgeschlossen. Weil das bloße Reden über diese Folter ein Entlassungsgrund wäre, sagen die meisten nichts. Dieser Tage haben es zwei Mann trotzdem gewagt, dem Fernsehen Auskunft zu geben. Man wird sehen, was mit ihnen geschieht.

Aber: Die eigentlichen Versager in dieser Sache sind die Gewerkschafter und die Leute von der Arbeiterkammer. Die wissen seit Jahren über das alles Bescheid - und es geschieht nichts. Wie jämmerlich die Herren in der diesbezüglichen Fernsehsendung aufgetreten sind! Wozu sonst sind sie da, als dass sie dies öffentlich im Parlament und überall sonst aufgreifen, anprangern und abstellen? Die bloße Tatsache, dass die Post halb privatisiert wurde, ist doch keine Ausrede. Gerade weil das geschah, sind Gewerkschafter nötiger denn je. Die Post richtet sich selbst zugrunde. Geben Sie, als Versuch, an einem gewöhnlichen Freitag in einem Ort nahe Innsbruck eine Postkarte an sich selbst auf. Sie wird mit Sicherheit nicht vor Dienstag zugestellt.

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