Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?1993
Kategorisierung Kirchliches; Franz Fuchs; 1993

Empfängnis

Neun von zehn Spöttern, aber auch sehr viele gutmeinende Katholiken, verwechseln Maria Empfängnis mit Maria Verkündigung. Dabei müßten sie nur auf den Kalender schauen und nachrechnen: Neun Monate nach dem 8. Dezember ist nicht Weihnachten, sondern Maria Geburt. Zur Verwirrung trägt bei, daß das Evangelium zu Maria Empfängnis auch von Maria Verkündigung handelt - wohl deshalb, weil es für die unbefleckte Empfängnis keine biblische Belegstelle gibt. Als Beweis dafür, daß die Erscheinungen in Lourdes echt sind, wurde gewertet, daß das einfache Mädchen Bernadette Soubirous etwas so schwieriges wie die Immaculata Conceptio fehlerfrei hersagen konnte. Es wird als ein Grund dafür, daß sich der Islam etwa in Afrika so stürmisch verbreitet, auf Kosten der Naturreligionen wie des Christentums, angegeben, daß er viel einfacher ist. Allah ist groß, er ist der eine und einzige Gott, und unser Schicksal liegt in seiner Hand.

Das heißt nun nicht, daß dem Christentum zu helfen wäre, wenn man es auf einige wenige Sätze reduzieren wollte. Die wesentlichen zu betonen, darum ginge es. Etwa den von der Nächstenliebe. Daß der schreckliche Briefattentäter sich nebst anderen einige bewußte Christen ausgesucht hat, sagt über das Wesen des Christseins mehr aus, als der viele tausend Kapitel starke Katechismus oder das fast allen unverständliche Dogma über die Erbsündenfreiheit Mariens ab dem Zeitpunkt ihrer Empfängnis im Leib ihrer Mutter.

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