Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum Februar 2008
Kategorisierung Frauen in der Kirche; Herwig van Staa; nicht gedruckt; 2008
Anmerkung des Autors Humer: Geht nicht!

Elisabeth!

Am Festtag der Pfarrgemeinderäte im vollen Innsbrucker Congress gab es auch kurze Grußworte des Landeshauptmanns und der Innsbrucker Bürgermeisterin. Hilde Zach originell wie immer. Dem Landeshauptmann, der einbekannte, dass er sich in diesem Kreis sehr wohl fühle, ist irgendwie der Faden gerissen - und so drohte sein Grußwort an die Versammelten zu einer längeren Wahlrede auszuarten. Und dann geschah etwas, das sehr selten im Lande geschieht, und das meines Wissens von keiner Zeitung berichtet wurde: Die Verantwortliche für das Gelingen des Tages, die Leiterin des Seelsorgeamtes der Diözese, betrat mit einem Handy bewaffnet die Bühne und forderte den Landeshauptmann auf, zum Ende zu kommen. Wer kann sich dem Charme von Elisabeth Rathgeb entziehen? Niemand von denen, die sie kennen. Und so blieb dem verdutzten Landeshauptmann nichts anderes übrig, als nach ein zwei Schlussbemerkungen das Podium zu verlassen. Beide bekamen Applaus, Frau Rathgeb für ihren Mut, und der Landeshauptmann für seine Demut - sich von einer Frau vor tausend Leuten das Wort entziehen zu lassen.

Das Elend langer, unpassender Reden! Wie oft habe ich vergeblich dagegen angeschrieben, und mir damit nur Feinde gemacht. Bezirksmusikfeste mit einer Stunde Reden nach dem Gottesdienst seien "Gewalt gegen Wehrlose", sagte der oberste Funktionär der Blasmusiker, Franz Fischler, letzten Sommer in Pettnau. Wetten, daß es heuer wieder genau so sein wird, mit der Gewalt durch schlechte Reden, oder, um mit Gusenbauer zu reden, mit dem vielen "Gesudere". Wo sind tapfere Frauen wie Elisabeth Rathgeb, oder auch Männer, die den sogenannten Festrednern verbieten, uns die Zeit zu stehlen?

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