Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 21. Mai 2009
Kategorisierung Kirchliches; FPÖ; Heinz Christian Strache; Christoph Schönborn; 2009

Eine einzige Schande

Von all den schlimmen Sachen, die in diesen Tagen zu sehen waren, war das schlimmste dies: Wie in einer Sendung des ORF der H. C. Strache mit einem ca. 30 cm großen neuen Holzkreuz herumfummelte. Zur Bekräftigung seiner Hassreden gegen Ausländer. Alles, was diese Partei und ihre Spitzenleute derzeit von sich geben, ist ihre Sache. Die Abscheu vieler ihrer Nicht-Wähler wird ihnen gewiss sein. Aber unerträglich wird es, wenn sie sich dabei als die einzigen, die letzten Verteidiger christlicher Werte, des Abendlandes ausgeben.

Alles das, was Strache und seine Leute verkündigen, hat mit dem Begründer des Christentums gar nichts zu tun. Siehe dazu Lesung und Evangelium des letzten Sonntags. Jesus ging sogar so weit, dazu aufzufordern, seine Feinde zu lieben. Tut Gutes denen, die euch verfolgen. Zwischen diesen Grundsätzen und der Aufforderung zum Fremdenhass liegen sehr tiefe Gräben.

Wie sich österreichische Jugendliche, in Ebensee genauso wie in Auschwitz, danebenbenommen haben, das wäre heute in Deutschland doch weitgehend undenkbar. Wenn eine Parteifrau öffentlich sagt, dass ihr die Bezeichnung als Nazi als Auszeichnung erscheine -diese Person wäre in Deutschland längst von der politischen Bühne gefegt. Aber bei uns? Waren alle Opfer, jene der Juden, der Zeugen Jehovas, der Zigeuner und Christen, von ihrer Ermordung, von KZ bis Berufsverbot, von Gefängnis bis Sippenhaftung, das Leid so vieler Frauen und Kinder, umsonst? Die Kerle, die das zu verantworten hatten, und jene, die das heute verharmlosen, zu lieben, ist schier unmöglich. Aber zum Zuschlagen ist das Kreuz einfach nicht geeignet. Mit Minister Spindeleggerfragen sich viele: Warum schweigt Kardinal Schönborn?

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