Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum Jänner 2007
Kategorisierung Autorennen; Dritte Welt; 2007

Durch die Sahara

Sahara heißt auf Arabisch einfach "Wüste". Wer sich dieser größten Wüste der Welt je auch nur ein wenig genähert hat, ist von ihr fasziniert. Und sei es, dass er nur mit dem Flugzeug zwei, drei Stunden über sie hinweg gefahren ist. Das perverseste Autorennen der Welt findet hier jährlich statt: Von Paris nach Dakar im Senegal rasen da Autos aller Art und Motorräder, vorbei an kopfschüttelnden Beduinen. Die Liste der Toten und der Verletzten steigt jährlich. Nun hat auch ein Autor in der Zeitung des Vatikan den Unfug angeprangert - was gleich gedeutet wurde als: Vatikan gegen "Paris-Dakar". Stimmt nicht ganz, nicht jede Autorenmeinung im "Osservatore Romano" ist gleich eine Stellungnahme des Kirchenstaates oder gar der katholischen Kirche. Nach den Zitaten aus dem Artikel hat der Autor auch gerügt, dass die Narren, die da durch Stein-und Sandwüsten brausen, alle Abfälle liegen lassen. Dabei ist das der einzige Segen des Unternehmens. Bleibt ein Motorrad, ein Rennauto oder ein Versorgungsfahrzeug in der Wüste liegen, weil es nicht mehr fahrtauglich ist, dann ist das für die Einheimischen eine jeweils ausgezeichnete Rohstoffquelle: Batterien, Glasscheiben, Benzintanks, Reifen, Blechdächer, Sitzbänke und so weiter werden in Windeseile abgeschleppt und vernünftigeren Zwecken zugeführt. Also: Paris-Dakar wäre noch irrer, noch verbotener, als es das schon derzeit ist, wenn am Ende ein paar Lastwagen nachfahren würden, die allen Schrott und Abfall mitnehmen würden. Der wenigstens soll den Einheimischen bleiben - so wie die Abfallhalden der Himalaja-Bergsteiger, die für die Einheimischen dort überaus brauchbare Rohstoffquellen sind.

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