Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 4. August 1994
Kategorisierung Verstaatlichte Betriebe; Politisches; 1994

Donaudampfschiffahrtsgesellschaft

Insgesamt sind es 4,5 Milliarden Schilling, die der Staatsbetrieb mit dem schönen langen Namen seit 1973 an Verlusten gebaut hat. 426 Millionen verschwanden allein bei einem Luxusschiff, das auf den schönen kurzen Namen "Mozart" getauft wurde. Getauft von der Kanzlergattin; angeschafft mit Wissen und Billigung des damaligen Finanzministers Franz Vranitzky auf Anraten seines damaligen Sekretärs Rudolf Scholten.

Vor drei Jahren: In der wunderschönen Wachau gehen wir von Weißenbach zu Fuß landeinwärts die Donau hinunter. Zurück fahren wir mit einem Schiff namens "Mozart". Man knöpft uns für eine Strecke, die wir an einem Halbtag gegangen sind, pro Person S 120 - ab. Wir sind fast die einzigen Gäste an Bord.

Vor fünf Jahren: Betriebsausflug der Kammer. Von Passau bis Linz bezahlen wir pro Kammerdiener weniger als zwei Jahre später von Dürnstein bis Weißenbach. Das Schiff betreibt eine private Passauer Firma mit Gewinn.

Der Staat als Unternehmer. Der Passauer Reeder wird, bevor er ein neues Schiff kauft, die vier Grundrechnungsarten bemühen. Kommt er dabei mit ihrer Hilfe zum Schluß, daß sich so ein Luxusdampfer nicht rechnet, wird er ihn nicht kaufen. Gebaut wurde die "Mozart" übrigens nicht in einer notleidenden verstaatlichten österreichischen, sondern in einer privaten deutschen Werft. Dort war sie billiger zu haben.

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