Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 10. April 1997
Kategorisierung Wirtschaftskammer; Direktvermarktung; 1997

Direkt peinlich

Das bei weitem größte Problem, das die gewerbliche Wirtschaft derzeit plagt, sind offenbar die bäuerlichen Direktvermarkter. Aus allen Rohren wird bei jeder Gelegenheit auf diese kleine Gruppe geschossen, - als ob der Weiterbestand des Lebensmittelhandels ernsthaft gefährdet wäre, weil am Samstagmorgen am Wiltener Platzl oder am Hauptplatz von Brixlegg oder sonstwo Bauernmarkt ist.

Es darf daran erinnert werden: Durch Jahrzehnte haben es dieselben Leute, die jetzt aufschreien, den Bauern und ihren Vertretern zum Vorwurf gemacht, daß sie keine Ideen haben, sondern die "Milch einfach vor die Stalltür stellen". Dieselben Kreise, die jetzt nach behördlichen Schikanen für die Bauernmarktler rufen, beklagen seit Jahren gekonnt und lautstark, wie sehr Behörden und Ämter die freie Wirtschaft daran hindern, sich frei zu entfalten.

Damit kein Zweifel besteht: Bauernmarktfahrer müssen sich an die Gesetze genau so halten wie alle anderen. Sie werden, so wie alle anderen, in der Ausübung ihres Erwerbes von den Behörden - die allerdings nur gültige Gesetze vollziehen - überwacht und kontrolliert. Die selbsternannten Apostel des freien Marktes sind sich nicht zu schäbig, sie als privilegierte Gesetzesbrecher hinzustellen.


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