Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ? Oktober 2008
Kategorisierung Studentenpolitik; FPÖ; 2008

Die morschen Knochen

Derzeit wird diskutiert, ob es hinzunehmen sei, dass jemand, der Mitglied der Studentenverbindung Olympia ist, 3. Präsident des Nationalrates wird. Dazu ein Erlebnis aus Studententagen: Ein Semesterkollege, der Mitglied der schlagenden Verbindung Olympia war, erschien eines Tages nicht mehr auf der Boku. Dann lasen wir in der Zeitung, dass drei stockbesoffene Studenten, Nazilieder singend, auf der Ringstraße verhaftet worden waren. Weil sie sich gegen die aufmerksame Behandlung durch die Polizei ein wenig wehrten, blieben sie drei Monate eingesperrt, und sie verloren ein Semester.

Es kam zu einer Sitzung der Disziplinarkommission, und ich sagte dort (als Sohn eines von den Nazis Verfolgten und) als Studentenvertreter: Alle Verachtung für diese Gesinnung - aber wenn wir einen Kollegen, der für das zurecht verbotene Singen von Naziliedern eh schon drei Monate eingesessen ist, noch weiter strafen, dann begeben wir uns auf die Linie derer, die er im Lied verherrlicht hat.

Nicht die Tatsache, dass der Herr Abgeordnete Graf Mitglied bei der nachweislich neonazistischen Verbindung Olympia ist, ist das Problem - sondern, dass eine Partei, die ihn für ein so hohes Amt im Staate vorschlägt, so viele Stimmen erhalten hat. Warum das so war, ist zu ergründen. Und dem ist abzuhelfen.


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