Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?1987
Kategorisierung Verkehr; 1987

Die heilige Kuh

Ein Innsbrucker Autohaus mit altem Namen hat einen Prospekt auf Hochglanzpapier herausgebracht. Darin wird die heiße Nachricht verbreitet, daß es für alle, die noch in diesen Wochen die Katalysatorpflicht umgehen wollen, bis März einen Ausweg wüßte.

Das alles ist durchaus legal - aber es gibt, nicht nur im Autohandel, Dinge, die zwar gesetzlich erlaubt, aber trotzdem verwerflich sind. Es besteht kein Zweifel mehr darüber, daß die größte Gefährdung der Wälder in unseren Breiten vom Autoverkehr ausgeht. Es ist unbestritten, daß der Katalysator den Schadstoffausstoß erheblich senken kann. Im Zusammenhang mit diesem Katalysator ist in letzter Zeit unglaublich viel Unsinn verbreitet worden: Jemand schrieb, daß Wiesen zu brennen anfangen würden, wenn man mit einem Kat-Auto hineinführe - als ob man in (trockene) Wiesen mit dem Auto, mit oder ohne Katalysator, hineinfahren sollte! Den Gipfel an Dummheit stellte die Meldung dar, der Katalysator fördere die Verbreitung von AIDS.

Vor über zwanzig Jahren gab es keine Farbfernseher und die Wälder waren gesund. Jetzt gibt es viele Farbfernseher und die Wälder sind krank. So hat die Einführung des Farbfernsehens den Wäldern geschadet ... Auf diesem Niveau wird leider oft argumentiert und es wird dabei viel Zeit vergeudet. Absichtlich.

Neu ist die Hochglanzwerbung: Wir zeigen Ihnen, wie sie die letzte Gelegenheit, einem an sich vernünftigen Gesetz auszuweichen, noch rasch nützen können. Ihr Autohaus Köllensperger.

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