Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Die Zukunft gehört dem Stromlinienschwein

Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Tageszeitung , ähnlich RF
Texttyp Presseaussendung
Erscheinungsdatum 11. März 1968
Kategorisierung Viehzucht; 1968

Vor der Vollversammlung der Tiroler Schweinezüchter gab gestern der Geschäftsführer des Landesverbandes Anton Kastner interessante Details über die Futterverwertung und die Konstitution der Tiroler Schweine bekannt. Er stellte den Jahren aus dem Jahre 1957 jene von 1967 gegenüber, wobei sich bei allen Daten eindeutige Verbesserungen ergaben. Die Schweine werden in der Kontrollstation Kematen von 30 kg auf 90 kg gemästet. Während sie im Jahre 1957 noch 102 Tage benötigten, um diese 60 kg an Zuwachs zu erreichen, waren es im vergangenen Jahr nur 82 Tage. Der tägliche Zuwachs ist in den letzten 10 Jahren von 692 Gramm auf 726 Gramm gestiegen. Ganz beträchtlich verbessert wurde auch die Futterverwertung: Im Jahre 1957 brauchte ein Schwein im Durchschnitt 3,59 kg Futter für 1 kg Gewichtszunahme. Im letzten Jahr waren es nur noch 3,20 kg. Bei 150.000 Schweinen im ganzen Land bedeutet dies eine jährliche Einsparung von 4.650 Tonnen Futter, oder 11.6 Millionen Schilling. Diese Zahlen sprechen für sich und führen die Wirtschaftlichkeit einer planmäßigen Zucht klar vor Augen. Auch den Rückenspeck hat man den Tiroler Schweinen heruntergezüchtet. Hier arbeitet man auf Millimeter genau: Vor 10 Jahren war dieser heutzutage äußerst unerwünschte Ballast noch 34 nun dick, im Vorjahr war er nur noch 26 mm stark. Die Züchterarbeit besteht nun unter anderem darin, die tägliche Gewichtzunahme zu steigern ohne daß der Rückenspeck mitwächst. Gewachsen sind die Tiroler Schweine dafür im die Länge: Das Durchschnittsschwein ist im Jahre 1967 um 6,5 cm länger als sein Urahne aus dem Jahre 1957. Die Zukunft gehört also eindeutig dem vom Markt so gewünschten mageren, langen Stromlinienschwein. Die einzige Sorge der Tiroler Schweinezüchter ist der schlechte Zustand der Maststation in Kematen. Angesichts der enormen Einsparungen, die durch eine wissenschaftlich kontrollierte Zucht erreichbar sind, so meinen sie, müßten die paar Millionen für eine neue Kontrollstation schon aufzubringen sein.

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