Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 12. Februar 2009
Kategorisierung Kirchliches; Christoph Schönborn; Humanae vitae; 2009

Detail am Rande

Dieser Tage erhielt ich vom Wiener Erzbischof einen Massenbrief, der offenbar all jenen zugesandt worden war, die sich im Dezember über seine Rede im Abendmahlsaal öffentlich erregt hatten. Vor allem erschien es mir unerträglich, dass die österreichischen Bischöfe als Verfasser der Maria-Troster Erklärung von Kardinal Schönborn pauschal als Sünder erklärt worden waren.

Erfüllt vom heiligen Geist sage er das ... Aus dem Brief vom 30. Jänner: "Nur ein Punkt sei hier angesprochen: Selbstverständlich ist das Gewissen, nämlich das gebildete Gewissen, die oberste Entscheidungsinstanz bei moralischen Problemen. Das ist die Lehre der Kirche... die selbstverständlich auch für die verantwortete Elternschaft gilt. Das unterstreicht die Erklärung von Maria Trost. Ich denke, dass die Bischöfe unter dem Vorsitz von Kardinal König die weitere (vor allem demographische) Entwicklung nicht vorausgesehen haben, sonst hätten sie in ihrer Erklärung wohl auch andere Schwerpunkte gesetzt. (Freilich ist das nicht im strengen Sinne eine Sünde.)"

Also: Damals nicht so weit gesehen zu haben wie Schönborn heute, ist nicht eine Sünde im strengen Sinn. Dass der Rückgang der Bevölkerung in Mitteleuropa von den Bischöfen nicht energisch bekämpft wurde, ist richtig. Aber irgendwie scheint es doch besser, wenn Männer, die mit gut 20 Jahren feierlich vor Gott die Ehelosigkeit gelobt haben, da ein wenig leiser treten. Gemessen an dem, was meine Kirche in diesen Wochen, selbst verschuldet, mitmacht, ist die Rede im Abendmahlssaal eine kleine Sünde. Im strengen Sinn.

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