Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 2004
Kategorisierung Wasserkraft; nicht gedruckt;2004

Der neue Besen

Dreierlei hat der neue Chef der landeseigenen TIWAG verkündet: Beim Personal wird mehr gespart als bisher; es werden neue Großspeicher gebaut; es wird das Engagement in den alternativen Energiebereichen deutlich zurückgeschraubt - weil es sich nicht so rechnet.

Das mit dem Personal ist verständlich: Wer sich als gewöhnlicher Mensch beim Land, bei einer Kammer oder in der Privatwirtschaft seinen Lebensunterhalt verdiente, konnte nie recht verstehen, warum die Gleichaltrigen bei der TIWAG um so viel besser gestellt waren, in allem und jedem, beim Lohn, bei der Anzahl der Monatsgehälter, bei Gratisstrom, ja bis zum Gratistelefon der Herren Direktoren.

Das mit den Speichern ist eine andere Sache: Die zwanzig Jahre Pause beim Bau von Großspeichern ist nicht etwa eingetreten, weil eine kraftvolle Grünbewegung das alles gestoppt hätte - sondern weil der Spitzenstrom seinen Wert aus vielerlei Gründen gerade um diese Zeit verloren hat. Fast 1:4 (Spitzenstrom gegen Bandstrom) wie in Sellrain-Silz klingt heute wie ein Märchen aus grauer Vorzeit. Und nur weil der Spitzenstrom fast nichts mehr wert ist, wurden die Osttiroler Kraftwerke nicht gebaut.

Das Misstrauen zu allem, was eine Alternative zu Wasser, Kohle, Öl und Atom wäre, ist in der TIWAG Hausideologie. Der scheidende Direktor sagte einmal im Energieausschuss des Landes, nein, von der Nutzung der Sonnenenergie halte er gar nichts. So bleiben die paar Großwerke für Holzverbrennungen (Holz ist gespeicherte Sonnenenergie) eine Episode in der Geschichte des Hauses, das sich an sich im Eigentum der Bürger befindet. Befragt wurden und werden sie dazu nicht.

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