Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ? Oktober 2008
Kategorisierung ÖVP; Peter-Prinzip; Wilhelm Molterer; 2008

Das Peter-Prinzip

Vor recht genau 40 Jahren veröffentlichte ein gewisser Laurence Peter ein Buch über die Leiden der Hierarchie: Jeder Mensch steige, etwa in der Verwaltung, so weit hinauf, bis er dort landet, wo er scheitern muss. Bescheiden wie er ist, nannte der Autor das von ihm entdeckte Prinzip nach sich selbst. Das griffigste Beispie! im Buch ist das vom besten Lehrer an einer Schule - er wird Direktor, obwohl er dazu ganz ungeeignet ist; er hat keine Ahnung von und keine Neigung zur Verwaltung, zum Chefsein, weil er Ja nur Lehrer mit Leib und Seele ist. Und er scheitert kläglich. Die ungelöste Frage: Wen soll man dann zum Direktor machen? Doch nicht etwa einen schlechten Lehrer?

Das Scheitern von Menschen, die begabt und erfolgreich sind, jeweils dann, wenn sie die höchste Stufe erklommen haben, ist bedrückend, nicht nur für sie. Wilhelm Molterer war, nach meiner Sicht, einer der besten Landwirtschaftminister in einer an sich bemerkenswerten Reihe: Eduard Hartmann, Karl Schleinzer, Josef Riegler (der rückblickend sicherlich statt Vizekanzler lieber Landesrat oder Landwirtschaftsminister geblieben wäre), Franz Fischler. Und dann wurde Molterer Bundesparteiobmann, Finanzminister und Vizekanzler. Er war viel besser, als es das Wahlergebnis von Ende September vermuten lässt. Aber dass er letztlich gescheitert ist, hat er selbst festgestellt, indem er abgetreten ist.

Auch Peter weiß in seinem, natürlich auch ironisch gemeinten Buch, keine Lösung. Und wir Zuschauer? - Wir wissen auch jeweils nur, wer für ein bestimmtes Amt n i c h t geeignet ist.

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