Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum Oktober 1997
Kategorisierung Alois Kothgasser; Kirchliches; 1997
Anmerkung des Autors Anruf eines Herrn Wechselberger aus Thiersee. Dankt. Was 2 Jahre Mitschüler von A.K. Dankt für viele Kommentare.

Bischof Alois

Alle, die ihn kennen, wissen nur von seine Freundlichkeit, seiner Herzlichkeit, seiner theologischen Sattelfestigkeit zu berichten. Alle befragten Tiroler sagten: Er wird ein guter Bischof werden - aber wie mit dem Bischof Stecher und der Diözese umgesprungen wurde in den letzten Monaten, das sei indiskutabel. Der Grund für all das, was so empörend ist: Seit dem Konzil von Trient ist die katholische Kirche eine absolute Monarchie. Das wurde ganz sicher von den Gründern nicht so gewollt. Die Praxis des gegenseitigen Umgangs, wie sie in der Apostelgeschichte genau nachgelesen werden kann, war geschwisterlich und demokratisch. Wer heute den schlechten Stil römischer Zentralstellen beklagt, hat völlig recht: Man kann Zentralist auf verschieden freundliche Art sein. Aber man könnte keinen Bruch des Kirchenrechtes behaupten, wenn Rom einen, den niemand mag und will, eingesetzt hätte. Wer also bessere Umgangsformen will, muß zuerst eine Änderung des Kirchenrechtes verlangen. Es empört der kirchliche Absolutismus heutige Menschen mehr, weil sie sonst überall für voll genommen werden, Mitbestimmung erleben, Menschenrechte einklagen können.

Es heißt, der Nuntius habe Bischof Kothgasser bei einem Urlaub in Ottobeuren kennengelernt. So, wie der Erzbischof von Krakau den Wallfahrtsdirektor von Maria Roggendorf auf der Durchreise von Krakau nach Rom - und ein paar Jahre später war er Erzbischof von Wien. Nicht Zufallsbekanntschaften sollen für Bischofsernennungen ausschlaggebend sein. Der gute Ausgang in Innsbruck ändert nichts an der schrecklichen Rechtslage, die zu ändern ist.

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