Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

Wechseln zu: Navigation, Suche
Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 3. August 1995
Kategorisierung Bewährungshilfe; Gesellschaftliches; 1995

Bewährung

Es gibt in Tirol einen Verein mit dem Namen "Bewährungshilfe". Die dort tätigen Sozialarbeiter sollen ihren zumeist jungen Klienten dabei helfen, ihre letzte Chance zu nützen. Es kann eine Strafe vom Gericht auf Bewährung ausgesetzt werden, das heißt, der Straftäter muß nicht ins Gefängnis, wenn er mit seinem Bewährungshelfer zusammenarbeitet. Die Bewährungshilfe kostet pro Mann (und es sind fast nur Männer; Anmerkung zum Thema: Unterschied der Geschlechter!) natürlich unvergleichlich weniger, als wenn der Rechtsbrecher ins Gefängnis eingeliefert würde. Manchen geht jetzt der Knopf auf: Nie wieder mach ich so einen Unsinn. Sonst muß ich in den Ziegelstadel. Fast allen (jungen) Rechtsbrechern ist gemeinsam, daß sie wenig Geld haben. Bisher erhielt die Bewährungshilfe vom Land 50.000,- Schilling pro Jahr - für die in so einer Institution immer anfallenden kleinen Ausgaben, die schwer mit dem Bund, der die meisten Kosten trägt, abzurechnen sind. Das soll jetzt, wie so vieles andere auch, ganz eingespart werden. Alle, die der Rotstift trifft, sagen: Natürlich muß gespart werden, aber doch nicht bei mir. Wer bei der Bewährungshilfe ganz aussteigt, spart am falschen Ort.

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen