Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

Wechseln zu: Navigation, Suche
Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?1988
Kategorisierung ÖBB; Naturschutz;1988

Bahnhof

Der Schaden in der Natur ist gering. Was die Bundesbahnen im Talkessel der Sulzenauer Alm im Stubai, inmitten eines Landschaftsschutzgebietes, mit ihren zwei Bohrmaschinen angerichtet haben, ist nicht der Rede wert. So wild, wie die Natur dort ist, sieht man im nächsten Frühjahr nichts mehr davon. Groß ist der politische Schaden. Ein Bundesbetrieb (wieder einmal ein Bundesbetrieb, so wie die VOEST, Brixlegg, Innsbrucker Ziegelstadel und so weiter und so fort) hat uns allen vor Augen geführt: Die Gesetze gelten nur für die anderen. Kraftwerksbauer sind bisher, vor allem zu Zeiten, da sie noch „bevorzugten Wasserbau" betreiben konnten, recht sorglos mit den Wünschen der Länder und ihrer Bürger umgegangen. Wer gemeint hat, sie hätten aus den Schlappen von Zwentendorf, Hainburg und Dorfertal (kein bevorzugter Wasserbau laut Verwaltungsgerichtshof) gelernt, sieht sich im Falle Sulzenau getäuscht: Am 29. September wird um naturschutzrechtliche Ausnahmebewilligung eingereicht; am 3. Oktober wird zu bohren begonnen - wird also bewußt und unbekümmert von einem Bundesbetrieb ein Landesgesetz gebrochen. Es geht jetzt gar nicht darum, ob das ÖBB-Kraftwerk Sulzenau gebaut werden soll oder kann. Es geht ausschließlich darum, ob sich das ein Staatsmonopol ungestraft herausnehmen darf.

Zwei Bilddokumente als Illustration des redaktionellen Prozesses (links: gedruckte Fassung, rechts: Entwurfsfassung)

gedruckte FassungEntwurfsfassung

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen