Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ? April 2008
Kategorisierung Auto; Sport; Autorennen; 2008

Autorennen sind unmoralisch

Es war am Ende des vorigen Jahrhunderts: Da gab es in Tirol noch jährlich ein Autorennen, von Pill hinauf nach Weerberg. Als Vorsitzender des Naturschutzbeirates rief ich für einen Tag vor dem Rennsonntag zu einer Fahrraddemonstration dagegen auf. Polizei und BH machten mich sofort darauf aufmerksam, dass schon der Versuch, auch nur das Training einer behördlich bewilligten Veranstaltung zu behindern, schwer strafbar sei. Insgesamt waren wir dann zu dritt: Zu zweit radelten wir von Innsbruck aus an; einer kam aus dem Osten, aus der Lehranstalt Rotholz. Ein paar Jahre später stand in einer Novelle des Naturschutzgesetzes, dass in Tirol alle motorsportlichen Veranstaltungen verboten sind. Der Gesetzgeber befand: Man könne nicht gut gegen die Belastung des Inntals durch den Transit aufstehen und zugleich eine der überflüssigsten Umweltbelastungen, nämlich Autorennen, dort dulden. Es gibt Gastwirte aus Pill und Umgebung, die mir diese Aktion bis heute nicht verziehen haben.

In der Sache des "Gentleman" aus England, der sich bei gewaltsamen sexuellen Handlungen mit gleich einem halben Dutzend von Huren filmen ließ, geht es nicht um die Frage, ob der alte Bock deshalb als Spitzenfunktionär der FIA weiterhin geeignet ist oder nicht. Natürlich ist er das nicht. Aber vielleicht nimmt jemand den Fall zum Anlass, über die moralische Qualifikation von motorsportlichen Ereignissen überhaupt nachzudenken. Das Interesse an diesem Zirkus ist ohnedies stark gesunken, seit es dabei dank zahlreicher Absicherungen immer weniger Tote und Schwerverletzte gibt.

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