Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 14. Oktober 1993
Kategorisierung Auto; Verkehr; Jagd; 1993
Anmerkung des Herausgebers Kontroverse danach auch in Unsere Leser meinen

Autonarren

Erntedankfest in einem Dorf im Mittelgebirge. Während der einfachen Feier fahren zwischen Musik und Pfarrer, zwischen Volk und Erntedankkrone, mehrere Autos durch. Es sind offenbar nur wenige, die das stört; die meisten halten das für normal. Mir kommt es so vor, als ob einer neben der feiernden Gemeinde seine Notdurft verrichten würde - da würden alle sogleich entsetzt feststellen, daß der Kerl kein Benehmen hat.

In größerem Maßstab passiert dasselbe in Innsbruck. Es leuchtet jedermann ein, daß unmöglich alle, die nach Innsbruck einpendeln, als Schüler, Studenten oder Arbeiter und Angestellte, das mit dem eigenen Auto tun können. Vernünftigerweise sperrt man die Autos aus - und alle, die an dem Inferno bisher mitgewirkt haben, bis es zum Infarkt geführt hat, sind beleidigt. Ohne Zweifel hat die Innsbrucker Stadtführung einige Fehler gemacht, manches versäumt. Die Watschen werden die Regierenden aber nicht bekommen, weil es zu wenige Kinderspielplätze oder zu wenige Sozialwohnungen gibt, sondern weil sie der automobilen Gesellschaft die Grenzen gezeigt haben.

Wenn der Besitzer eines "Sport"wagens bei regennasser Fahrbahn mit 240 km/h auf der Autobahn verunglückt, kann man nicht von einem "tragischen Tod" (Jagd in Tirol, Oktober 1993) sprechen. Höchstens bei Seinem Beifahrer.

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