Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?April 2001
Kategorisierung Politisches;FPÖ;Patrick Ortlieb;2001

Ausbrecher

Es gibt eine eherne Regel unter Politikern, dass man sich gegenseitig nicht die - allen bekannten - Fehler und Schwächen des jeweiligen Privatlebens vorhält. Keine Partei ist frei davon. Bis zu den Bundesparteiobmännern gab es da Böcke von satyrischen Ausmaßen. Womöglich sind Politiker da, aus nachvollziehbaren Gründen, sogar anfälliger als der Durchschnitt des Volkes. Wie man mit Ehebrecher/-innen umzugehen habe, hörte, wer letzten Sonntag in der Kirche war: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Und da garantiert keine(r) von uns ohne Sünde ist, lassen wir das Steinewerfen besser bleiben.

Es ist also nicht die Frage, ob der Abstrich, den man dem Unterleib einer im Innsbrucker Flughafen verwirrt-betrunken aufgegriffenen Frau entnahm, vom Abgeordneten und Exskirennläufer stammt oder nicht. Sondern es ist zu fragen, was ein Abgeordneter während der Sitzungsperiode in Wien in Innsbrucker Nachtlokalen und in Kanada auf Geschäftstour zu tun hat. Wenn unsereiner unentschuldigt seinem Arbeitsplatz fernbleibt, verliert er ihn zurecht. Ein Abgeordneter, der Angestellter des Volkes ist - die 14 Monatsbezüge lassen den Schluss zu, dass sie nicht Selbstständige sind, obwohl sie sich das einreden - hat für seinen dicken Gehalt während der Sitzungen anwesend zu sein. Gerade auch die Anfänger. Treibt er sich in der Sitzungszeit in Nachtlokalen oder beruflich in Kanada herum, wird er nie besser, und es wird diese seine erste Funktionsperiode die letzte sein. Was in diesem Fall kein Schaden wäre.

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