Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 31. Dezember 1992
Kategorisierung Umweltschutz; Umweltanwalt; 1992

Aufschrei

Es ist schon wahr, daß der Umweltanwalt nicht weisungsfrei ist Als die Bestimmung, daß der Umweltanwalt - der in Wahrheit nur ein Naturschutzanwalt ist - weisungsfrei gestellt werden sollte, zur Abstimmung kam, da stimmten drei Parteien (Sozialisten, Freiheitliche, Grüne) dagegen. Mit der Begründung, sie lehnten das Gesetz insgesamt ab. Die Weisungsfreiheit hätte einer Zwei-Drittel-Mehrheit bedurft, und die hat die ÖVP bekanntermaßen im Landtag nicht mehr. Das Problem des Umweltanwaltes ist es nicht, daß er weisungsgebunden ist; er hat bis heute keine Weisung erhalten. Jeder politisch denkende Mensch - und Eberle ist das durch und durch - wird sich hüten, ihm eine Weisung zu geben. Aber es ist schon der Gipfel an Heuchelei, zuerst gegen die Weisungsfreiheit zu stimmen und dann eben diese Weisungsgebundenheit zu beklagen.

Daß Riccabona viel und oft anstößt und aneckt, werte ich als Beleg dafür, daß er sein Amt ernst nimmt und gut ausfüllt. Daß Bauern und Forstleute, Wirtschaftstreibende und Erschließer mit ihm gelegentlich zusammenwachsen, spricht für ihn. Wer das nicht aushält, soll Archivar oder Bienenzüchter werden.

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