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Auf dem schwierigen Weg ins Computer-Zeitalter

Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Artikel
Erscheinungsdatum 15. Mai 1969
Kategorisierung Computer; Viehzucht;1969

Die heurige Vollversammlung des Landeskontrollverbandes für Tirol konnte nicht, wie gewohnt, die Milchleistungsergebnisse aller Tiroler Rinderrassen entgegennehmen. 11.000 Kühe der Braunviehrasse in 208 Vereinen waren von der zentralen Rechenanlage in Wien falsch berechnet worden bzw. diese Rechenanlage wurde falsch "beschickt". Nun stimmen nicht nur die Einzelergebnisse dieser 11.000 Kühe nicht, sondern auch deren Betriebsergebnisse, deren Vereinsergebnisse und das Gesamtergebnis des Braunviehzuchtverbandes sind mangelhaft.

Die Notwendigkeit der Milchleistungskontrolle ist den meisten Lesern dieser Zeitung geläufig: Erst sie schafft die Voraussetzung dafür, daß ein Rind als Zuchtrind anerkannt wird und als solches exportiert werden kann. Sie ist eine der Voraussetzungen dafür, daß man in der Landeszucht weiterkommt und Fortschritte macht. Das in Tirol geübte System der ehrenamtlichen Probenehmer mit deren strengen Überwachung durch hauptamtliche Zuchtwarte ist das weitaus billigste System« Man kommt hier auf S 137. -- je Kuh, wobei ein Zuchtwart im Durchschnitt etwa 1.500 Kühe zu betreuen in der Lage ist. Osttirol kennt nur hauptamtliche Probenehmer, welche im Durchschnitt nur 170 Kühe betreuen können. In diesem Gebiet betragen die Kosten je Kuh und Jahr für die Milchleistungskontrolle S 227,85. Im Nordtiroler Pinzgauer Zuchtgebiet, welches vom Salzburger Zuchtverband aus mitbetreut wird, wird das kombinierte System von hauptamtlichen und nebenamtlichen Probenehmern gehandhabt; hier kostet die Kontolle je Kuh und Jahr S 195.--.

Das billigste System wie es der Landeskontrollverband bei Braun-, Grau-und Fleckvieh anwendet, schließt natürlich aus, daß der einzelne hauptamtliche Zuchtwart die 1.500 Kühe seines Dienstbezirkes selbst ausrechnet. Diese Arbeit hat ihm in den letzten Jahren die Landesstelle in Innsbruck abgenommen, sie bediente sich dabei auch in den letzten Jahren schon der modernsten elektronischen Datenverarbeitungsmaschinen. Eine Geschichte dieser Umstellung vom Kopfrechnen zu den Computern müßte einmal geschrieben werden, von jenem Mann, der diese Entwicklung vorangetrieben und wesentlich mitbestimmt hat, nämlich OLR Dipl. Ing. Ernst Botschen.

Den Wiener Zentralstellen war die relative Selbständigkeit der Tiroler Milchleistungskontrolle nicht immer sehr sympathisch. Heuer hat man erstmals 11.00 Kühe, wie gesagt, in Wien ausrechnen lassen, mit dem traurigen Ergebnis, daß die Berechnungen erstens verspätet eingelangt sind und daß sie falsch gerechnet sind. Beim Fleckvieh und beim Graunvieh konnte im letzten Kontrolljahr wieder eine erhebliche Leistungssteigerung festgestellt werden. Beide Rassen erzielten eine Steigerung von 25 kg Milch und 4 kg Fett. Es liegen nun ie 10.788 Herdbuchkühe des Fleckviehs bei einem 305- Tageabschluß, bei einer Milchleistung von 4.225 kg, 4,16 Prozent Fett und 176 kg Jahresfett. Die 4.192 Herdbuchtühe der Grauviehrasse gaben im letzten Jahr im Durchschnitt 3.737 kg Milch mit einem Fettgehalt von 4,08 Prozent und 152 kg Jahresfett. Es ist zu vermuten, daß die Leistungssteigerung beim Braunvieh ähnlich groß war. Dies alles erfuhr man auf der letzten Vollversammlung des Landeskontrollverbandes für Tirol am 30. April, der Obmannstellvertreter LAbg. Rudolf Draxl an Stelle des erkrankten Obmannes ÖKR Johann Salzburger vorsaß. Nach dem ausführlichen Bericht des Geschäftsführers Dipl. Ing. Borschen, aus dem wir hier ein paar Daten brachten, wurden noch zwei Fachreferate gehalteni: Dr. Riedler sprach über die Zielsetzung der Beratungsarbeit, wobei er die 30 Zuchtwarte des Landesverbandes in das Heer der Berater miteinbezog. Ing. Pebyrek sprach über die Ergebnisse der Futtermitteluntersuchung. Kammerpräsident LAbg. Astner lobte die Arbeitsleistung der Zuchtwarte; Korrektheit und Einsatzfreudigkeit seien als wesentliche Eigenschaften von einem Zuchtwart zu verlangen.

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