Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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An die Redaktion "Grünes Tirol"

Autor Winfried Hofinger
Medium Brief
Texttyp Leserbrief
Erscheinungsdatum 1997
Kategorisierung Aberglaube; Esoterik; 1997
Anmerkung des Autors Rücksp. Putz: Meiner Meinung

Darf ich mein Bedauern darüber ausdrücken, daß das von mir so sehr geschätzte "Grüne Tirol" zwei volle Seiten dem puren Aberglauben geöffnet hat. Ohne dem mir unbekannten Rupert Mayr nahetreten zu wollen: Fast alles, was in dem Artikel steht, ist ganz und gar unbewiesen und unbeweisbar. Es gibt, damit fängt es an, keine Sternzeichen. Das, was den Menschen herunten wie ein Sternbild dünkt, das sind in Wahrheit Sterne, die Lichtjahre voneinander entfernt sind, und die von unserer kleinen Erde aus mit viel Phantasie "Bilder" ergeben. Aus diesen Bildern auf Eigenschaften zu schließen, die mit dem Bild zusammenhängen, sei jedem unbenommen, aber es ist das alles ein Glaubengut und denkenden Menschen nicht nachvollziehbar.

Nun weiß ich aus einigen Gesprächen, daß es ganz sinnlos ist, mit jenen, die daran glauben, über die Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit ihres Glaubens zu reden. Wogegen man sich wehren muß, ist das: Daß Unbewiesenes als Bewiesenes hingestellt wird, ohne daß die Beweise geliefert werden.

Meist kommt, wenn gar nichts mehr hilft, der Spruch: Die "Alten" hätten das schon gewußt. Die Alten hielten die Erde für eine Scheibe und das Firmament für eine Schale, sie wußten weder von Chemie noch von Physik, sie meinten, daß das Ungeziefer aus dem Dreck entstehe. Sie waren abergläubisch und geisterfürchtig. Wer denen nachbetet, soll es haben, aber wenn eine Kammerzeitung schreibt, daß es besser ist, am 23. statt am 24. Jänner Brennholz zu hacken (Kärntner Bauer), dann vergeht sie sich an ihrem Bildungsauftrag. Hätte ich mir die Haare zur richtigen Zeit geschnitten, könnte ich sie über so viel Dummheit raufen, aber so?

Es grüßt mit den besten Wünchen für Euer Blatt

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