Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium nicht gedruckt
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?1987
Kategorisierung Kirchliches; Empfängnisregelung; 1987
Anmerkung des Herausgebers erschienen später verändert als Kirche, angegriffen


Ach, Kirche!

Die Glaubenskongregation hat zu allem,was künstliche Befruchtung (beim Menschen, muß man in dieser Zeitung dazusagen) betrifft, ein umfangreiches Papier herausgegeben. Voll zustimmen wird man ihr darin können, daß dies alles ein Feld ist, auf dem viel Mißbrauch getrieben werden kann, mit Samenspendern und Leihmüttern und so. Aber leider ganz unpassend wird in einem Aufwaschen mit all den vielen Verirrungen, die es auf diesem Gebiet geben kann und in jüngster Zeit auch wirklich gegeben hat, die künstliche Befruchtung zwischen Ehepaaren auch verurteilt. Warum? Weil jeder Akt, auch jeder eheliche, die Möglichkeit der Kinderzeugung haben muß (auch bei älteren und schwangeren Frauen?), und weil die Samengewinnung offenbar nach wie vor,seit dem falsch interpretierten Onan des AIten Testamentes, eine schwere Sünde ist.

Damit paßt das Dokument, das ein an sich richtiges und wichtiges Anliegen hätte, leider in die Reihe anderer kirchenamtlicher Dokumente zu diesem Themenkreis. Jeder, der die Abtreibung zutiefst ablehnt, wird darüber mit mir empört sein, wenn immer wieder in römischen Aussagen Abtreibung, Empfängnisregelung und Sterilisation in einem Atem genannt und zugleich verdammt werden, so, wären sie alle von gleicher Qualität und gleich verwerflich.Dabei liegt im Unterschied zwischen Abtreibung und einer aus elterlicher Verantwortung betriebenen Empfängnisregelung eine ganze Welt, die offenbar Ehelosen nicht klargemacht werden kann. Oder wollen sie es gar nicht verstehen?

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