Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Österreichs höchster Silo steht im Kühtai

Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Artikel
Erscheinungsdatum 29. August 1968
Kategorisierung Agrarisches; 1968
Anmerkung des Autors 22.-öS 0,5 öS/Zeile
Rundfunk und Fernsehen waren vor 14 Tagen bei strahlendem Wetter Zeugen einer österreichischen "Höchstleistung". Im Kühtai sahen sie zu, wie der höchstgelegene Silo Österreichs erstmals gefüllt wurde.

Karl Graf Stolberg — ein Urenkel von Kaiser Franz Joseph - führt mehrere Gründe an, warum er von der bisherigen Form der Futterbringung abgegangen ist und er sich zwei Holzsilos zulegte. Es sind dies jene Gründe, die auch im Tal für einen Silo sprechen, nur haben sie auf 2000 Meter Höhe noch vielmehr Gewicht. In dieser Höhe regnet es viel öfters als im Tal; auch bei Sonnenschein braucht die Luft viel länger, bis sie warm ist, daß sie Feuchtigkeit aufnehmen kann. Aus diesen Gründen mußte das Heu oft wochenlang liegen und verlor dadurch erheblich an Qualität. Um den Kühtaier Hof liegen etwa 28 ha Wiesen. In früheren Zeiten waren etwa 15 Personen mit der Heuwerbung beschäftigt — wenn sie nicht herumsaßen, um auf besseres Wetter zu warten. Heutzutage könnte sich niemand den Luxus leisten, 15 Arbeitskräfte zu bezahlen, ganz abgesehen davon, daß man sie gar nicht bekommen würde. Es muß also eine andere Form der Futtergewinnung gefunden werden. Nach längeren Überlegungen entschloß sich Graf Stolberg, zwei Holzsilos zu je 80 m3 zu errichten. 160 m3 für 28 ha Futterfläche? Natürlich sind 28 ha auf 2000 Meter Höhe viel weniger als dieselbe Fläche im Tal - um wieviel weniger weiß man noch nicht. Mit den beiden ersten Silos wird vorläufig Erfahrung gesammelt. Es ist genügend Platz vorhanden, wo noch weitere Silos aufgestellt werden könnten. Für die Holzbauweise sprechen im Kühtai alle jene Gründe, die auch im Tal gelten. Zusätzlich hat der Silo aus Holz den Vorteil der besseren Wärmedämmung, was auf 2000 Meter besonders wichtig ist. Er paßt sich auch sehr gut der Landschaft an. Um den Milchabsatz braucht man sich im Kühtaier Hof keine Sorgen zu machen: Was im eigenen Hotel nicht verbraucht wird (von 100 Fremden und 30 Angestellten), nehmen die anderen Hotels gerne ab - zu einem Preis, der so manchen Talbauern vor Neid erblassen läßt.


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